Zivilcourage, oder auch „Rückgrat haben, resp. zeigen“, wird bei Personen respektiert oder sogar bewundert. Die persönliche Meinung am richtigen Ort objektiv zu äussern und dafür einstehen zu können, selbstlos Hilfe zu leisten oder sich unvoreingenommen für eine Meinung einzusetzen, sind Tugenden von Zivilcourage.
Wo ist die Zivilcourage geblieben?
Wie die Verantwortung, ist auch die Zivilcourage in den letzen 50 Jahren leider für zu viele ein Opfer der Zeit geworden. Für viele Menschen ist es einfacher keine persönliche Meinung vertreten zu müssen als Verantwortung mitzutragen. Lieber werden fremde Meinungen über-nommen als mit persönlicher Meinungsäusserung und Zivilcourage ein wichtiges und berechtigtes Anliegen zu vertreten. Beides, Verantwortung und Zivilcourage, sind miteinander verknüpft und untrennbar, Das eine ist ohne das andere für mich nicht denkbar. Eine Schwäche unserer Zeit ist, dass die Verantwortung für Familie, Gesellschaft und Politik vernachlässigt sowie von zu vielen nicht mehr wahrgenommen und mitgetragen wird. Diese Entwicklung schwächt nach meiner Meinung unser freiheitliches Gesellschaftssystem.
Was ist Zivilcourage?
Wie bereits eingangs erwähnt, kann das Wort „Zivilcourage“ auch mit „Rückgrat zeigen“ übersetzt werden. Mut bei waghalsigen Leistungen zu zeigen (z.B. Fallschirmsprünge u.a.), kann nicht verglichen werden.mit Zivilcourage. Diese bedeutet für mich selbstbewusst in der Gesellschaft seine persönliche Meinung zu vertreten oder ein erarbeitetes Projekt vorzustellen. Zivilcourage setzt eine gewisse persönliche Sicherheit voraus um eine persönliche Meinung vorzutragen und sich einer anschliessenden Diskussion zu stellen, denn diese steht oft am Anfang von positiven Veränderungen. Passives Abseitsstehen bei grundlegenden Anliegen heisst auch ein mangelndes persönliches Verantwortungsbewusstsein, dies zu Lasten unserer Gesellschaft. Sicher, Zivilcourage in der Öffentlichkeit (nicht am Stammtisch) zu zeigen, braucht in vielen Fällen eine gewisse Sicherheit und Überwindung. Aber sich für eine gute und gerechte Angelegenheit einzusetzen lohnt sich, denn dies führt zu einer inneren persönlichen Grösse und Selbstsicherheit.
Zivilcourage und Gesellschaft
Diese beiden Worte sind eng miteinander verbunden, vermehrter Einsatz jeder Bürgerin und jedes Bürgers ist dabei von grosser Wichtigkeit. Unser freiheitliches Gesellschaftssystem kann in der Zukunft nur überleben, wenn wir alle bereit sind durch uneigennützige und positive Mitarbeit soziale Verantwortung zu übernehmen und mitzutragen. Wegschauen, nur negative Kritik üben, die gesellschaftliche Verantwortung nicht mehr wahrnehmen und ein „Inseldasein“ führen, ist schädlich. Nicht Einschreiten bei sichtbaren Verstössen gegen Ruhe, Ordnung und Vandalismus führt unweigerlich zu einem „Polizeistaat“, der uns noch mehr einengt. Dass infolge vieler gesellschaftlicher und krimimellerVergehen nur noch Verbote oder Bussen unser Leben lenken können, ist meist das Resultat einer mangelnden persönlichen Verantwortung unserer heutigen Gesellschaft. Unser Staat (wir alle) kann nur funktionieren, wenn jeder Bürger bereit ist seine von ihm erwartete Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und dem Staat wahrzunehmen und persönliche Zivilcourage zu zeigen und (vor)zuleben.